Was heute eine Selbstverständlichkeit und eine der wichtigsten Funktionen eines Handys ist, war eine Zufallsentwicklung in der Mobilfunk-Geschichte: die SMS. SMS steht für Short-Message-System und ermöglicht es Handynutzern schriftliche Kurzmitteilungen zu anderen Teilnehmern zu senden. Das System ist sehr beliebt: Im Jahr 2010 wurden nach Angaben des Verbandes BITKOM über 41 Milliarden SMS verschickt. Davon rund eine halbe Milliarde zu Mitternacht an Silvester, was stets zu kurzzeitigen Netzüberlastungen führt.

Technisch ist eine SMS eine schriftliche Nachricht, die über das GMS versendet wird. GMS ist die Abkürzung für Global System For Mobile Communications. Über diesen Dienst werden im D- und E Netz digital Nachrichten als Pakete übertragen, was zum Beispiel von Anfang an auch Faxnachrichten einschließt.

Geschichte der SMS

Als Erfinder der SMS gilt der Fine Matti Makkonen, der 2015 im Alter von 63 Jahren verstarb. In Interviews teilte er der Nachwelt mit, das die Erfindung der SMS von einer Gruppe von Techniken abends beim Bier erfolgte. Als Angestellter der damals staatlichen finnischen Telefongesellschaft hatte er 1985 die Aufgabe, das GSM-Mobilfunknetz für viele Nutzer zu konzipieren, damit ein Massenprodukt möglich wurde. Ursprünglich sollten über das Short-Message-System kurze Status-Informationen für den Abrechnungsprozeß der Gespräche vom Anbieter zum Nutzer übertragen werden. Nach erfolgter Einführung wurde festgestellt, dass der Kanal zur Steuerung der Verbindungen (SS7) noch über freie Kapazitäten verfügte. Makkonen schlug daraufhin vor, diese für kurze Nachrichten (Short-Message) zu verwenden. Daraus resultierte dann die Begrenzung auf maximal 160 Zeichen

Einführung der SMS in 1994

Das Versenden einer Kurznachricht ist erst seit 1994 möglich und hat seitdem rasant an Bedeutung gewonnen. Heute ist es nicht nur möglich, eine SMS zwischen zwei Handys zu verschicken, sondern auch zu einem E-Mail-Konto oder von und zu einer Internetanwendung sowie zwischen Handys und technisch entsprechend ausgestatteten Festnetzanschlüssen. Unter anderem hat die SMS auch eine stark steigende wirtschaftliche Bedeutung. Das betrifft nicht nur die Nutzungsgebühr, sondern auch die Nutzungsart. Denn per SMS lassen sich Micropayment-Anwendungen realisieren. Der Kunde zahlt also kleinere Beträge per SMS. Ebenso wird durch die Umstellung des TAN-Verfahrens bei Banken das sog. mobile iTAN-Verfahren über SMS genutzt. Das bedeutet, Online-Überweisungen müssen vom Kunden mit einem Zahlencode bestätigt werden, die per SMS zum Nutzer gesendet werden.

Trotz der starken Verbreitung und der scheinbar günstigen Preise für den SMS-Versand handelt es sich um eines der teuersten Datenübertragungssysteme in der Mobilfunk-Geschichte überhaupt. Pro Megabyte fallen Übertragungskosten von rund 1.500 Euro an. Da eine SMS auf 160 Zeichen beschränkt ist (und ggf. in mehrere Nachrichten aufgeteilt wird) und somit nur eine sehr kleine Datenmenge verursacht, erscheinen auch Kosten von wenigen Cent pro Nachricht teuer.


Weiterlesen auf externen Seiten:
Der Branchenverband BITKOM liefert Statistiken.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erklärt das iTAN-Verfahren.