Nach dem Start des D Netzes erhielt 1993 ein weiterer Anbieter eine Netz-Lizenz: E-Plus startete das E-Netz. Der Netzstandard entsprach dem GSM und nutzte Frequenzen um 1800 Mhz. Im dritten Quartal 2013 hatte das E-Netz (E1 und E2 zusammen) rund 44,3 Millionen Teilnehmer. Zu Beginn erreichte E-Plus vorrangig Kunden im Berliner Raum. Das Unternehmen baute das Netz jedoch sehr schnell flächendeckend aus. Heute gehört das E-Netz zu den modernsten Mobilfunknetzen in Deutschland. Durch die Konkurrenz für die D-Netze kam es zu einem Preisverfall, der Mobilfunktelefonieren zu massentauglichen Tarifen ermöglichte und damit die Mobilfunk-Geschichte sowie die weitere Entwicklung stark beeinflusste. Mit Viag Interkom, dem heutigen O2, kam 1997 ein weiterer Anbieter in dieses Netz. Ende 2001 startete auch Quam im E-Netz.

Die E-Netz-Teilnehmer hatten zunächst mit Inkompatibilitäten zu kämpfen, da beide Netze (E-Netz und D-Netz) unabhängig voneinander betrieben wurden. Denn E-Netz-Geräte und D-Netz-Geräte konnten nicht im jeweils anderen Funknetz genutzt werden. Das änderte sich erst mit Einführung der Dual- und Tri-Band-Geräte Ende der 1990er-Jahre. Inzwischen haben beide Netze aber für den Endnutzer in der Praxis identische Funktionen und die Geräte können auch im jeweils anderen Netz genutzt werden.

Anders als am Anfang das D-Netz wurde das E-Netz gezielt als Handy-Netz errichtet und auf einen niedrigen Energieverbrauch der Endgeräte geachtet. Die E-Plus-Handys haben eine niedrigere Sendeleistung von bis zu einem Watt, wodurch die Akkulaufzeit und damit die Gesprächs- und Bereitschaftszeiten erheblich verlängert werden konnte. Dafür beträgt die Sendereichweite nur rund 35 Kilometer, sodass das E-Netz engmaschiger eingerichtet werden musste. Durch die geringere Teilnehmerzahl gibt es aber dennoch weniger Sendestationen als im D-Netz, da weniger Kapazitäten notwendig sind.