C Netz PortyDas C-Netz der DeTeMobil war seit Mitte 1984 verfügbar und startete offiziell im September 1985. Ende 2000 wurde der Betrieb eingestellt. Anders als beim B Netz betrieben die Nachbarländer Netze mit einem anderen technischen Standard, sodass die deutsche Form des C-Netzes nur noch in Portugal und Südafrika genutzt wurde. Das praktisch unmögliche Roaming in Netze der Nachbarländer war zugleich ein Hauptgrund für die Entwicklung der nächsten Netztechnologie, die erstmals mit dem D Netz ab 1992 zum Einsatz kam.

Gegenüber dem A- und B Netz brachte das C-Netz dennoch wesentliche Verbesserungen. Auch die Teilnehmerzahl stieg auf rund 850.000. Es basierte als letztes Netz in der Mobilfunk-Geschichte noch auf einer analogen Technik. Aber anders als die Vorgängernetze waren die Teilnehmer im C-Netz jetzt persönlich über eine feste Rufnummer mit der Vorwahl 0161 erreichbar. Das war ein enormer Fortschritt und ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der späteren Mobilfunktelefonie.

Die sehr gute Netzabdeckung von fast 100 Prozent machte das C-Netz zu einer sehr komfortablen Alternative zu den bisherigen Netzen. Auch das sogenannte Handover zwischen Funkzonen klappte reibungslos. Anders als bisher war es im C-Netz dadurch möglich, Verbindungen zu halten, während der Teilnehmer den Bereich einer Funkverbindungsstelle verließ. Das Gespräch wurde von der nächsten übernommen. Für eine gute Flächenwirkung wurden sogenannte Zellen geschaffen, die kleinere oder größere Radien bis zu ca. 20 Kilometer abdeckten. Zwar bestand weiterhin das Problem der unsicheren Verbindung. Die Abhörwahrscheinlichkeit konnte im C-Netz aber durch eine sogenannte Verschleierungsfunktion reduziert werden. Dazu stand auf dem Telefon eine Tastenfunktion zur Verfügung.

Die Telefone für das C-Netz (siehe Bild Siemens Porty C3) waren weitgehend standardisiert, sodass der Aufbau für den Nutzer bei den Modellen relativ ähnlich war. Zum ersten Mal wurde auch eine Nummer einem Telefon bzw. einem Teilnehmer zugeordnet. Das gelang durch eine magnetische Chipkarte, die in das Gerät gesteckt werden musste. Dieses System des C-Netzes ist damit der Vorläufer zur späteren SIM-Karte. Die C-Netz-Geräte waren allerdings alles andere als Handys. Mit einem Gewicht von ca. vier bis fünf Kilogramm und üppigen Ausmaßen konnten sie zwar erstmals tatsächlich als mobiles Telefon (portables Telefon, Abkürzung "Porty") auch ohne fest installierte Sendestation betrieben werden, aber die Handhabung war im Vergleich zu heutigen Geräten eher schwerfällig. Die Grundgebühr für das C-Netz betrug anfangs monatlich 120 DM und sank dann bis zum Ende des Betriebs erstmals in der Mobilfunk-Geschichte auf gerade einmal 19 Euro.

Das C-Netz blieb vorwiegend auf Autotelefone, Küstenschifffahrt und Eisenbahntelefone beschränkt. Der Frequenzbereich betrug für Teilnehmer 451,30 bis 455,74 MHz und für Funkstationen 461,30 bis 465,74 MHz. Die Sendeleistung war auf 25 W beschränkt, bei Endgeräten im Fahrzeug auf 15 W. Die zunächst 222 Funkkanäle wurden durch eine Frequenzumstellung 1991 auf 287 ausgebaut.

Das C-Netz ist zwar eigentlich Geschichte, zumindest die Frequenzen werden aber wieder aktiv genutzt. Die Deutsche Bahn realisiert über diese Frequenzen ihr „Railnetz“. Dabei handelt es sich um Internet im Zug, das über WLAN bereitgestellt wird. Gegenüber UMTS bietet dieses System im Zugverkehr geringere Datenpakete und damit wesentlich schnelle Ladegeschwindigkeiten.