Nach den Vorläufern Telegrafie und Funk sowie dem ersten Zugfunk auf der Strecke von Berlin nach Hamburg (1926) begann die Mobilfunk-Geschichte in der Bundesrepublik genau genommen 1958. Als Nachfolger von lokalen Angeboten wie dem Hafenfunk in unter anderem Bremen oder Hamburg sowie dem Rheinfunkdienst oder dem Berliner Fahrzeugfunkdienst wurde das sogenannte A-Netz ins Leben gerufen. Der damalige offizielle Name lautete öbL („öffentlich beweglicher Landfunkdienst“). Betrieben wurde das A-Netz von der Bundespost. Zur damaligen Zeit war es bezogen auf die Flächenabdeckung das größte Mobilfunknetz der Welt und wurde überwiegend als Netz für das Autotelefon genutzt.

Bis in die 1970er-Jahre war das A-Netz die einzige Möglichkeit, mobil zu telefonieren. In der Regel wurden dazu Empfangs- und Sendegeräte in Pkw eingebaut, um aus dem Auto heraus telefonieren zu können. Vorbehalten war diese Technik überwiegend Politikern und Unternehmensmanagern, die unterwegs über das Autotelefon erreichbar sein mussten. Obwohl die Kosten mit rund 66 DM aus heutiger Sicht nicht allzu hoch waren, war die Technik wenig verbreitet, da das A-Netz praktisch nicht beworben wurde. Das Gerät selbst schlug allerdings erheblich zu Buche: Zwischen etwa 8.000 und 15.000 DM kostete ein Autotelefon.

Um über das A-Netz telefonieren zu können, war eine ausufernd große Sendetechnik notwendig. Diese fand in einem Kofferraum einer Luxuslimousine ausreichend Platz, in kleinen Wagen konnte sie nur mühsam untergebracht werden. Ihr Gewicht betrug anfangs rund 15 Kilogramm. Erst mit dem Aufkommen und Schrumpfen von Transistoren wurde die Gerätschaft für das Autotelefon etwas kompakter.

Die Vorwahlnummer für das A-Netz lautete 010. Beim Telefonieren wurde zunächst eine Vermittlung angewählt. Diese verband den Anrufer mit seiner Zielnummer und das Gespräch konnte starten. Problematisch war es, Grenzen von Bundesländern oder nur Funk-Parzellen zu überqueren, denn die Vermittlung wurde von den Landesfunkstellen gehalten. Erreichte ein Anrufer oder ein Angerufener den Einzugsbereich einer anderen Landesfunkstelle, wurde die Verbindung im A-Netz gekappt und musste über einen neuen Vermittlungsversuch neu aufgebaut werden. Die Sendeleistung war mit zehn Watt recht niedrig, der Frequenzbereich lag zwischen 156 MHz und 174 MHz. Anfangs standen 17 Kanäle zur Verfügung, später waren es 19 sowie fünf halbautomatische Kanäle in der Region Hamburg. Insgesamt 136 Funkverkehrsbereiche sorgten für die gute Flächenabdeckung im A-Netz.

Ende der 1960er-Jahre erreichte das A-Netz eine Abdeckung von 80 Prozent. Bis Anfang der 1970er-Jahre nutzen knapp 11.000 Teilnehmer diese Form der Mobiltelefonie. Um das Netz nicht zu überlasten, wurde mit einer stattlichen Erhöhung der Grundgebühr auf 270 DM versucht, die Nachfrage zu regulieren. Als Entlastung wurde 1972 das B Netz gegründet, in das viele Teilnehmer abwanderten. Das A-Netz wurde 1977 eingestellt. Damals hatte es noch 787 Kunden.